Oh, mein Gott: Google & Yahoo! durchsuchen Flash

Jul 1st, 2008 | By | Category: Flash, Leitartikel

Suchmaschinenbetreiber haben in Zusammenarbeit mit Adobe endlich geschafft, was eigentlich schon lange notwendig war: SWF-Dateien werden jetzt indiziert. Freudig erregt dürfte jetzt der eine oder andere Programmier in die Luft springen, da er nun den nervigen Alternativcontent nicht mehr benötigt. Weit gefehlt, denn die Schwächen liegen wie immer im Detail.

Zunächst einmal verhindert eine Indizierung einer Suchmaschine nicht, dass nervige Intro-Flashfilme beim Aufruf nicht von Beginn ab, sondern von der Fundstelle der Suchmaschine aus abgespielt werden. Der mögliche Besucher muss sich also zwangsweise durch die hübsch bunte Animationswelt bewegen, um dann eventuell an geeignete Stellen zu springen. Zwar hat Adobe hier im Flash Möglichkeiten der Anker geschaffen, die jedoch nutzen Flash-Animateure nur zu selten.

Darüber hinaus war Flash eine gern genutzte Technologie, um Spam-Bots vom Grabben der Email-Adressen abzuhalten. Ob die Suchmaschinenbetreiber auch hierfür ein Rezept parat haben, bleibt abzuwarten.

Das dritte Problem liegt in der Technologie selbst: Animation zum Zwecke des SEO-Rankings. Während die großen Suchmaschinenbetreiber alles versuchen, sichtbaren Content von verstecktem Inhalt zu unterscheiden, dürfte dies bei Flash eher ein kompliziertes Unterfangen werden. Endlose Texte mit Suchdaten-Müll könnten erneut die Suchmaschinen verstopfen. Das Patentrezept hier könnte so deutlich schwieriger werden, will man die Animation in einem Animationsprogramm nicht verbieten.

Last, but ganz sicher not least ist Flash noch immer kein integrierter Browserbestandteil und somit nicht allen Personenkreisen zugänglich. Adobe lieferte erst kürzlich wieder einen Grund mehr, Flash in Unternehmen nicht zuzulassen: Eine Sicherheitslücke, welche von Adobe nicht ad-hoc gefunden werden konnte. Adobe selbst empfahl das Abschalten des Plugins bis zu einer Problembehebung (Bericht der Tagesschau). So bleiben Anwender bei positiven Suchtreffern im klassischen Fall auf einer weißen Seite stehen. Wie die Suchmaschinenbetreiber alternativen Content produzieren, bleibt abzuwarten.

Grundsätzlich sollte man Adobes Neuerung jedoch als Schritt in die richtige Richtung verstehen. Bleibt zu hoffen, dass die Kinderkrankheiten zur Einführung neuer Technologien sich im Rahmen bewegen und angeschlossene Suchdienste sich nicht massiv qualitativ verschlechtern. Für weitere Informationen stellt Adobe eine FAQ zur Verfügung.

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