Development: Browserflut

Okt 26th, 2009 | By Martin | Category: Allgemein

Das Problem

Webentwickler kennen das Problem: Täglich kommen neue, schnellere, bessere Browser auf den Markt und je nach Anwenderkreis werden diese auch genutzt. Was jedoch des Anwenders Freud, ist des Entwicklers Leid, denn nicht jeder nutzt die immer neuen Features neuerer Browserversionen. Mittelständler und Großunternehmen rangieren teilweise noch mit dem Internet Explorer 6 im Internet, die Updates sind auch so schnell nicht geplant. Also bleibt Webentwicklern nichts weiter übrig, als seine Systeme abwärtskompatibel zu produzieren. Doch woher nimmt man altes Softwareequipment, wenn der Standard schon weit fortgeschritten ist?

Eine Lösung

Microsoft hat es hier einmal geschafft, sich durch besonderen Service hervor zu heben, denn der Betriebssystem-Spezialist liefert nicht nur die Virtualisierungssoftware für alte Systeme, sondern bringt auch gleich seinen Browser auf verschiedenen Plattformen mit.

Mit Microsoft Virtual PC und den entsprechenden Images stehen einem Internet Explorer 6 – 8 in den XP und Vista-Umgebungen zur Verfügung. Sofern der Entwicklungsrechner mit einigermaßen aktueller Hardware ausgestattet ist, lässt diese Kombination ein doch recht komfortables Entwickeln zu, das Beste: das ganze kostet bis auf die vorhandene Internet-Verbindung keinen Cent!

Unter http://www.microsoft.com/windows/products/winfamily/virtualpc/default.mspx stellt Microsoft den Virtual PC zur Verfügung, die entsprechenden Images sind unter http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyID=21eabb90-958f-4b64-b5f1-73d0a413c8ef&displaylang=en#filelist verfügbar.

Natürlich geht nichts ohne persönliche Anpassung und daher sollte man in der virtuellen Umgebung die Region doch auf die eigenen Bedürfnisse umstellen. Über Start > Control Panel > Regional and Language Options die Auswahl German (Germany) stellt schon einmal die deutschen Zahlen- und Datumsformate ein. Im gleichen Fenster im Register Languages im Abschnitt  Text services and input languages verbirgt sich unter dem Button Details die Möglichkeit, das deutsche Eingabeschema hinzuzufügen. Damit lassen sich dann auch die deutschen Umlaute nutzen.

Aufgrund des englischen Tastaturschemas hat Microsoft die AltGr-Taste als Hosttaste verwendet. Leider benötigt man die Taste AltGr im deutshcen Sprachschema recht häufig, so dass es doch recht hilfreich ist, eine Umbelegung auf die rechte StrG-taste vorzunehmen. ie lässt sich im Virtual PC Konsolenfenster über Datei > Optionen > Tastatur erledigen. Einfach im Fenster in das Feld “Aktuelle Hosttaste” klciken und die rechte Strg-Taste drücken. Ein Klick auf Ok bestätigt die neue Einstellung.

Non-IE-Browser

Die Lösung für Internet Explorer ist nun klar. Allerdings gibt es mehr als nur die Microsoft-Welt und so müssen natürlich auch Opera und Co dran glauben. Allerdings ist Microsoft auch hier bereits so nett, uns die Basis zu liefern, denn in die virtuellen Umgebungen lassen sich Alternativbrowser installieren und so kann man in eine neue virtuelle Maschine einen Download von Firefox oder Opera installieren und hat ohne Mühe die neue Testumgebung parat. Wo bekommt man die alten Browser her? Auch hier gibt es Spezialisten und so hat man unter http://browsers.evolt.org/ eine ganze Sammlung älterer und neuerer Browser zusammengestellt, welche sich recht mühelos downloaden und installieren lassen.

Nachteile

Natürlich gibt es auch hier Kehrseiten und man sollte diese kennen, bevor man zu einem produktiven Einsatz des Systems kommt:

  1. Die aktuellen Microsoft-Images arbeiten nur bis zum Januar 2010, dann schalten sich die Betriebssysteme tot. Sofern man hier also viel Konfigurationsaufwand in die Images stecken muss, um seine virtuelle Umgebung zu erhalten, sollte man überlegen, ob es dann nicht sinnvoller ist, in einer virtuellen Umgebung das System selbst aufzusetzen. Hierbei entstehen dann jedoch auf legalem Wege Kosten für die entsprechenden Betriebssysteme.
  2. Die virtuelle Umgebung benötigt Festplattenkapazität. Pro Installation muss mit circa dreifacher Größe für die Installation sowie mit circa doppelter Größe der Original-Images für den Betrieb einer virtuellen Umgebung gerechnet werden.
  3. Parallelbetrieb von virtuellen Umgebungen ist möglich, jedoch benötigt jede einzelne Umgebung entsprechenden Arbeitsspreicher sowie CPU-Kapazität. Muss man also über mehrere Umgebungen gleichzeitig testen, kann es hilfreich sien, trotzdem mehrere Rechner zu nutzen, auf denen dann die einzelnen Umgebungen laufen

Fazit

Mit der gezeigten Lösung gibt es einen stabilen Weg, verschiedene Umgebungen abzubilden und mit diesen zu entwickeln. Tests und Verhalten sind mit diesen Mitteln aussagekräftiger als mögliche Hacks für Parallelinstallationen, ebenso sind Entwicklungsumgebung und Testsystem voneinander getrennt.

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